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Es war einmal ein Wochenende...
da machten sich zwei durstige Gesellen auf das Land zu suchen, wo Bier und Knödel in Mengen fließen. Gottseidank hatten und haben unsere beiden Kameraden einen Führerschein, was die Sache in unserer Zeit manchmal unheimlich erleichtern kann. Tja, eigentlich wollten sie die Tour schon vor zwei Monaten machen, aber dem Kamerad M. ist ja dummerweise noch dieses Malheur mit dem Armbruch widerfahren. Daher sind die beiden auch gar nicht überrascht gewesen, dass die Prager schon einen Tourbus organisiert hatten. Man wußte wohl schon über ihre Pläne Bescheid.
 

 
Aber wir sollten unsere Kameraden jetzt selbst zu Wort kommen lassen...
Palais Waldstein
Unerkannt versuchten wir also zum Senat der Tschechischen Republik zu kommen. Wir mußten irgendwie zum Palais Waldstein (Wallenstein) gelangen. Das Domizil war so gut versteckt, dass wir es bei unseren bisherigen Besuchen nie gesehen haben. Aber wir sind ja nicht klein zu kriegen. Leider fanden wir dort keine Hilfe, sondern nur Touristen, die uns glücklicherweise nicht erkannt haben. Puuuh.
 

Prager Burg
Hmm, wer kann uns jetzt noch helfen? Nach dem kafkaesken Herumirren blieb uns ja nur übrig auf Hilfe aus dem Hradschin zu hoffen. Die Burg war ja nur ein paar Meter höher am Berg gelegen, was für uns kein Hindernis sein sollte. Okay, wir haben vorher noch ein eisgekühltes, dunkles Krusovice getrunken, damit der Flüssigkeitshaushalt wieder ins Gleichgewicht kommt; dann ein letzter Blick zurück auf die Stadt, um uns zu vergewissern, dass wir die Burg problemlos betreten können.
 

 
Wir hatten den Eindruck, dass vor der Burg enorme Menschenmassen zusammentrafen. Bloß wußten wir nicht, ob diese wegen uns kamen. Vielleicht hatten diese Menschen aber auch eigene Probleme und wollten sich nur mal kurz bei ihrem Staatschef ausheulen.
 

 
Schließlich fanden wir einen Weg in das Burginnere. Ein letzter Check der Ausrüstung. Ja, der Selbstauslöser funktioniert sogar bei dieser Hitze ohne Probleme.
 

 
Benommen wie in Stanley Kubricks 2001 standen wir nun vor dem zentralen Obelisken der Tschechischen Republik. Wir wollten nun das Orakel befragen, hatten aber mit unseren miserablen Tschechischkenntnissen enorme Verständigungssprobleme. Und die Hitze hatte uns mittlerweile auch schon das Hirn weichgekocht. Wir waren der Macht ausgeliefert und wir waren ganz schön am Ende mit unserem Latein, wie auch mit unserem Tschechisch.
 

 
Eine Zeit lang verhielten wir uns wie normale Touristen und genossen einfach die Aussicht.
 

 

 
Aber auch die Genossen genossen die Aussicht. Hmm, wir mußten uns etwas einfallen lassen.
 

 
Die Sache wurde allmählich peinlich für uns und außerdem hatten wir echt Durst auf ein schönes, ordentlich gezapftes, frisches, tschechisches Pils. Das nötige Kleingeld hätten wir uns aus einem Brunnen holen können. Aber wir wagten es nicht unter der starken Beobachtung des Feindes zuzuschlagen.
 

Die Botschaft
Wenn uns einer helfen kann, dann ist es der Genscher. Wir hatten alle noch die Bilder vor den Augen, wo er anfing diese legendäre Rede auf dem Balkon der Deutschen Botschaft zu halten. Eine leise Hoffnung, dass diese Rede vielleicht immer noch nicht beendet worden ist, führte uns zur Botschaft. Aber leider stand er nicht mehr da, um seine Rede zu beenden. Im Gegenteil: alle Leute schienen im Wochenende zu sein. Au weia, war dieses eventuell die Ruhe vor dem Sturm?
 

Die Botschaft II
Das mit der Botschaft war eine gute Idee. Wir transzendierten die ganze Sache und sahen uns die Prager Wände genauer an. Tatsächlich waren da Botschaften zu finden. Beispielsweise sprang uns "Give your love no matter what" ins Auge.
 

 
Da wußten wir dann, dass wir in die nächste Kneipe gehen mußten und unsere Liebe zu tschechischem Bier einfach mal richtig ausleben sollten. Gesagt, getan.
Das Prebischtor
Stunden später sind wir dann beim Wandern im Elbsandsteingebirge wieder zu Sinnen gekommen. Worauf uns dann am Prebischtor der Weg in Richtung Heimat gezeigt wurde. Es folgte eine strapazenreichen Wanderung. Am Ende fanden wir sogar unser Auto wieder und wir konnten die Heimreise antreten, obwohl uns ganze Massen von fliegenden Händler lieber noch etwas verkaufen wollten bzw. eher über den Tisch ziehen wollten. Aber wir führten die Mission zu Ende. Ähh, welche Mission?
 

 

 

Fazit, Moral und andere Ungereimtheiten
Variante A: Tschechisches Bier ist lecker!
Variante B: Bei Hitze fängt man leicht an zu fantasieren.
Variante C: Prag ist immer wieder nett!
Variante D: Man kann tatsächlich einen 173-Bilder-Trip auf 15 Bilder reduzieren.
Variante E: Prag, wir kommen wieder!
Variante F: Mein Gott, was haben wir bloß wieder für Strecken zu Fuß bewältigt.
Variante G: Ende gut, alles gut.
Variante H: Was hat Blühende Phantasie mit Blühenden Landschaften zu tun?.
Variante I: Wer die Wahrheit über Prag und Tschechien lesen will, ist hier völlig falsch.